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Greenpeace warnt vor Pestizid-Trauben Drucken E-Mail
Montag, 14 November 2005
Hamburg, 11. 11. 2005 - Der Verzehr gespritzter Tafeltrauben aus dem Supermarkt kann besonders die Gesundheit von Kindern akut gefährden. Die Pestizidbelastung mehrerer von Greenpeace getesteter Proben übersteigt bis zum Vierfachen die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte "Akute Referenzdosis".

Bereits bei einmaliger überschreitung dieses Grenzwertes besteht die Gefahr von Gesundheitsschäden. Diese Extrembelastungen wurden in elf von 77 getesteten Traubenproben und einer von 84 untersuchten Pfirsich- und Nektarinenproben deutscher Supermärkte festgestellt. Betroffen sind Märkte in Berlin, Dortmund,Dresden, Frankfurt, Köln, Mannheim, München und Stuttgart.  Die Früchte stammten aus der Türkei und Italien.

"Nie zuvor fand Greenpeace derart gefährliche Giftmengen im Obst", sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Würde ein zwölf Kilogramm schweres Kind stark belastete Trauben essen, wäre schon nach vier Einzeltrauben eine akute Schädigung des Hormon- oder Nervensystems zu befürchten." Kinder sind besonders gefährdet, da sie bezogen auf ihr Körpergewicht mehr verzehren und so eine höhere Pestiziddosis aufnehmen als Erwachsene.

In den untersuchten Proben wurden zudem bis zu 18 Pestizide gleichzeitig nachgewiesen. Somit besteht die Möglichkeit, dass sich die Chemikalien gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Am häufigsten wurden das
Insektenvernichtungsmittel Lambda-Cyhalothrin und das in Deutschland nicht zugelassene, hormonell wirksame Pilzbekämpfungsmittel Procymidon gefunden.

Greenpeace informierte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin, die Landesministerien und die untersuchten Supermarktketten über die Pestizidfunde und forderte diese
auf, sofort Schutzmaßnahmen einzuleiten und das Schnellalarmsystem der EU-Kommission zu verständigen. Außerdem erstattete Greenpeace Anzeige gegen die Supermarktketten wegen des Verkaufs gesundheitsgefährdender Lebensmittel. "Verbraucher sollten unbedingt beim Einkauf auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel ganz frei von Pestizidrückständen sind", sagt Krautter.

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Newsflash
NABU kritisiert Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts

Berlin -- Der NABU hat die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgestellten Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts scharf kritisiert. *Die Bestimmungen zur Sicherheit, zur Informationspflicht oder zur Haftungsfrage sind reine Fassade", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit diesem Eckpunktepapier bekämen die Erforschung und der Anbau gentechnisch veränderter Organismen eindeutige Priorität gegenüber dem Natur- und Verbraucherschutz. Eine Abstimmung mit anderen Ressorts oder dem Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung sei in dem Papier nicht zu erkennen, so der NABU-Präsident.

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