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Winterruhe auf unseren Feldern Drucken E-Mail
Montag, 16 Februar 2004
Grosses Bild: klicken.Trotz Schnee und Eis lebt die Natur

Winterruhe ist auf unseren Fluren eingekehrt. Das Getreide der Sommermonate ist schon lange abgeerntet und die reiche Vegetation, die noch vor wenigen Wochen die Wiesen, Weiden und Feldraine bedeckte, ist mittlerweile bis auf wenige dürre Gräser verschwunden.

Der Boden ist gefroren und eine Schneedecke überzieht vielleicht schon das Land. Viele Tiere" vor allem aus dem Insektenreich" haben die ersten Frosttage nicht überlebt. Andere Lebewesen wiederum haben im Laufe ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung Anpassung erworben, durch die sie die kalte Jahreszeit überstehen können.

Wenn wir über die winterlichen Fluren blicken, ist uns kaum bewusst, welch Leben sich unter der Oberfläche dieser Felder" also in der Erde" befindet, auch wenn es sich meist in Winterruhe, bzw. Winterstarre befindet. Viele Insekten überwintern als Puppe nämlich nicht nur unter der Rinde von Bäumen, sondern auch im Boden. Viele andere Tiere wiederum haben entweder Höhlen oder halten einen Winterschlaf. Allerdings muss hier unterschieden werden zwischen der Kältestarre, dem Winterschlaf und der Winterruhe. Ein Winterschläfer ist der Feldhamster. Er wacht zwar während des Winters im Abstand von einigen Tagen regelmäßig auf, scheidet Harn und Kot aus und nimmt Nahrung zu sich. In der Zeit jedoch, in der er schläft, werden Atmung, Herzschlag und Körpertemperatur stark verringert, so dass er starr und klamm wie die anderen Winterschläfer wird. Keinen Winterschlaf dagegen hält die Zwergmaus. Sie zieht sich in ihr Bodennest zurück, das sie mit Vorräten angefüllt hat.

Spuren im Schnee

Liegt eine dünne Schneeschicht auf unseren Feldern, lassen sich die Spuren, welche Tiere hinterlassen, schön erkennen. Daraus ersehen wir, welche Tiere den Winter über unterwegs sind. Zu diesen zählt auch der Feldhase, der den Winter schutzlos überlebt. Aber auch Reh-, Fuchs- und Wildschweinspuren werden wir während der Wintermonate entdecken. Aus der Vogelwelt sind es auf unseren Fluren vor allem die Spuren, genauer gesagt, die Geläufe von Fasanen und Rebhühnern, die wir entdecken können. Letztere schützen sich die Nacht über, indem sie sich eng zusammendrängen und so die Kälte überstehen. Wenn wir bei Spaziergängen etwas Glück haben, können wir vielleicht auch einen Greifvogel entdecken, der darauf wartet, einen Singvogel zu erbeuten.

Der Schnee als Schutz und als tödliche Gefahr

Ein guter Helfer für die Natur ist im Winter in vielen Fällen der Schnee. Auch wenn man meint, eine dicke Schneedecke, die über der Landschaft liegt, lässt darunter alles ersticken! Da Schnee im allgemeinen relativ viel Luft enthält, isoliert er sehr gut. War der Boden vor dem Schneefall nicht gefroren, dann kann sich auch danach kein Frost mehr festsetzen. Im Boden unter dem Schnee überleben deshalb wirbellose Tiere, wie Insekten, Spinnen und Würmer meist ohne Schwierigkeiten. Ebenso finden kleine Säugetiere wie das Hermelin oder die Mäuse unter dem Schnee Schutz und Nahrung. Einige Tierarten lassen sich auch einschneien oder bauen eine Höhle im Schnee. Zu diesen gehört das Schnee-, Birk- und Haselhuhn. Ihnen bietet so der Schnee den nötigen Schutz vor Witterungsunbilden und Feinden. Sollte ein Fuchs die letztgenannten doch einmal aufstöbern, dann stieben sie wie eine Rakete durch die Schneedecke davon.

Während Tiere, die Schutz unter der wärmenden Schneedecke oder in ihr suchen, relativ sicher vor der mörderischen Winterkälte sind, haben es Wildtiere, die direkt der Winterkälte ausgesetzt sind, schwer. Doch auch für sie hat sich die Natur Grosses Bild: Klicken.etwas einfallen lassen. Viele große Säugetiere und auch einige größere Vögel bekommen im Herbst ein sehr dichtes Winterkleid mit besonders gutem Wärmeschutz. Eines dieser Tiere ist das Schneehuhn, dem im Spätherbst ein weißes Winterkleid wächst. Je niedriger die Temperaturen sinken, desto weiter kann es dies aufplustern. Durch das Aufstellen des Gefieders wird in den Federn eine Luftschicht gefangen, so dass nur ein Minimum an Wärme nach außen abgegeben werden kann. Jeder hat dies bestimmt schon einmal bei einer Amsel beobachtet, die sich auf die gleiche Weise vor der Kälte schützt. Dadurch können ihr selbst Temperaturen von Minus 20 Grad nichts anhaben, vorausgesetzt, die Energiezufuhr ist nicht gestört, was gleichbedeutend ist mit einem genügend großem Nahrungsangebot!

Dieses finden wiederum viele Vögel im Winter in der Schilfzone eines Weihers. Beutelmeisen, Blaumeisen, Rohrammern, Zaunkönig sowie noch einige andere Arten sind darauf spezialisiert, Insektenlarven und Puppen, die mitten in den Röhren der Schilfhalme überwintern, herauszuholen. Um zu diesen versteckten Mahlzeiten zu gelangen, hat jede Vogelart eine eigene Technik entwickelt.

Vögel, die sich nur von Fluginsekten ernähren, sind in dieser Zeit schon lange nicht mehr da. Sie haben sich schon beizeiten auf den Flug in den warmen Süden gemacht. Doch während die Zugvögel ihr reichliches Futter in wärmeren Gefilden suchen, kommen zu uns andere Vögel, die sich ebenfalls eine Bereicherung ihres Nahrungsangebots erhoffen. Es sind Bergfinken aus dem hohen Norden. Alljährlich beobachtet man bei uns Schwärme, die in Millionenstärke einfallen. Diese nahen Verwandten unserer Finken kommen aus den Nadel- und Birkenwäldern Nordeuropas und Sibiriens und ernähren sich bei uns von Bucheckern, Kiefern- und Lärchensamen, von Schlehdorn und dem winterlichen Grün von Klee- und Kornäckern. Größtenteils bestehen diese Invasionsschwärme aus Männchen, da die Weibchen noch weiter nach Süden ziehen.

Vorrat für den Winter

Tiere, die sich keinen Speck anfressen können wie das Murmeltier oder die Bilche, sind gezwungen ihren Wintervorrat außerhalb des Körpers in ihrem Bau anzulegen. Ein Meister dieser Art der Vorratswirtschaft ist der Feldhamster. Er hamstert im Herbst das Hundertfache seines Körpergewichts an Nahrungsmitteln, wie Mais, Weizen, Roggen, Sonnenblumenkerne und Zuckerrübenschnitzel. Ein Feldhamster der etwa 500g wiegt, kann so einen Vorrat mit einem Gewicht zwischen 1 und 2 Zentnern sammeln. Diese maßlos erscheinende Vorratswirtschaft hat jedoch nichts mit Verfressenheit zu tun. Der Hamster benötigt dies alles, um den Winter überleben zu können.

Noch praktischer macht es die Bisamratte. Sie tapeziert das Innere ihrer Wohnung vor Winteranbruch mit allerhand Blättern von Nahrungspflanzen wie Kohl, Rüben und anderen Kräutern. Im Laufe des Winters verspeist sie dann diese starke Schicht soweit, bis nur noch die ungenießbare tragende Außenwand übrigbleibt.

Eine wahre Sammelleidenschaft legt auch der Eichelhäher an den Tag. In vier Wochen sammelt er etwa 10.000 Eicheln, die er alle einzeln im Waldboden versteckt. Und seltsamerweise findet dieser Vogel die meisten seiner Vorräte im Winter wieder. Eine Meisterleistung, wenn man bedenkt, welch ein winziges Gedächtnis der Eichelhäher besitzt!

Hochzeitsfeier in Eis und Schnee

Die meisten Tiermännchen entbrennen in den wärmeren Monaten in heißer Liebe zu ihrer Partnerin. Es gibt aber auch einige, die gerade im Winter, wenn alles, was draußen kreucht und fleucht ums überleben kämpft, nichts anderes im Sinn haben, als Hochzeit zu feiern. Zu diesen gehört der Fichtenkreuzschnabel.

Wenn ein gutes Angebot an Fichtensamen herrscht, baut dieser Vogel auch mitten im Winter ein Nest und zieht seine Jungen groß. Auch der Rotfuchs entbrennt in den Wintermonaten Januar und Februar in heißer Liebe zu seiner Fähe. Die Rauschzeit (Paarungszeit) der Schwarzkittel fällt ebenfalls in die Monate November und Dezember. Seine Partnerin wählt auch der Amselhahn schon in den Wintermonaten aus. Die Tage im Februar und März sind sozusagen die Verlobungszeit, in der das Männchen die Qualitäten seiner Auserwählten prüft, wobei er ihr auch sein Sommerrevier vorstellt.

Walter J.Pilsak

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Newsflash
NABU kritisiert Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts

Berlin -- Der NABU hat die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgestellten Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts scharf kritisiert. *Die Bestimmungen zur Sicherheit, zur Informationspflicht oder zur Haftungsfrage sind reine Fassade", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit diesem Eckpunktepapier bekämen die Erforschung und der Anbau gentechnisch veränderter Organismen eindeutige Priorität gegenüber dem Natur- und Verbraucherschutz. Eine Abstimmung mit anderen Ressorts oder dem Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung sei in dem Papier nicht zu erkennen, so der NABU-Präsident.

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