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Die Viehweide ist Biotop des Jahres 2004/2005 Drucken E-Mail
Mittwoch, 21 Januar 2004

Vom Feuchtgrünland bis zum Trockenrasen, von Heiden bis Hutewald reicht die Palette der beweideten Lebensräume, die mit ihrem Struktur- und Artenreichtum ein Paradebeispiel für biologische Vielfalt darstellen. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten" von Mikroorganismen bis zu Blütenpflanzen und Wirbeltieren - kommen nur hier vor oder haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt.

Dazu gehören auch Arten, die etwa Hutebäume bewohnen. Und nicht zu vergessen ist die genetische Vielfalt bei den Weidetieren (alte Haustierrassen) oder z. B. bei Obstbäumen (alte Kultursorten).

Viehweiden sind ein Zivilisationsprodukt, ein Lebensraum, der geprägt wird von der Nutzung durch den Menschen und seine Haustiere. Viele Entwicklungen haben dazu geführt, dass der naturschutzkonformen Weidewirtschaft wieder mehr Augenmerk geschenkt werden sollte: Verbrachung von Grünland auf der einen und Nutzungsintensivierung auf der anderen Seite, "Höfe- und Bauernsterben" sowie mangelndes Vertrauen der Verbraucher in die konventionelle Landwirtschaft. Das Thema ist facettenreich, beinhaltet es doch sowohl ökologische als auch sozioökonomische Aspekte.

Mit der Wahl der Viehweide zum Biotop des Jahres 2004/2005 soll auf die Gefährdung dieses Lebensraumes und seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt durch zu intensive oder fehlende Nutzung aufmerksam gemacht werden. Das Biotop des Jahres wird seit 1988 in einer bundesweiten Initiative vom Naturschutz-ZentrumHessen verkündet, um bedrohte Tier- und Pflanzenarten mit ihren jeweiligen Lebensräumen in breiten Bevölkerungskreisen bekannt zu machen und für ihren Schutz zu werben.

Erhaltung bzw. Wiederherstellung von artenreichem Grünland
Während manche Grünlandflächen immer intensiver bewirtschaftet werden (Düngung, Herbizideinsatz, Erhöhung der Schnitthäufigkeit), werden andere stillgelegt, verbrachen, verbuschen und werden schließlich zu Wald. Die Polarisierung in der Grünlandnutzung ist zu einem großen Naturschutzproblem geworden. In der Regel werden zuerst die mageren, nicht lohnenden oder schwer zu bewirtschaftenden Flächen aufgegeben, die aber gerade für den Naturschutz besonders interessant sind. Ein hoher Prozentsatz aller bei uns heute gefährdeten Tier- und Pflanzenarten leb(t)en auf solchen Flächen. Die Verbuschung zerstört ihre Lebensgrundlagen. Dies bezieht sich im übrigen nicht nur auf Halbtrockenrasen, Wacholderheiden oder Borstgrasrasen.

Auch die ehemals überall vorherrschenden, durch Mahd (und Nachweide) oder Beweidung entstandenen Frischwiesen und -weiden gehören mittlerweile - zumindest in ihren mageren Ausprägungen - aufgrund dramatischer Bestandsrückgänge zu den bedrohten Lebensräumen. Eine öffentlich finanzierte Offenhaltung dieser ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen in Form einer Pflegemahd mit anschließender Kompostierung des anfallenden Grünschnittes ist weder ökologisch sinnvoll noch finanzierbar in Zeiten leerer Kassen.

Eine kostengünstige und in den landwirtschaftlichen Betriebsablauf passende Methode zur Offenhaltung der Landschaft bzw. zur Erhaltung artenreichen Grünlandes ist die Beweidung, insbesondere mit Schafen und Rindern. Dazu eignen sich speziell alte, bodenständige Rassen.

Quelle/Bild:: Naturschutzzentrum Hessen

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Newsflash
NABU kritisiert Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts

Berlin -- Der NABU hat die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgestellten Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts scharf kritisiert. *Die Bestimmungen zur Sicherheit, zur Informationspflicht oder zur Haftungsfrage sind reine Fassade", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit diesem Eckpunktepapier bekämen die Erforschung und der Anbau gentechnisch veränderter Organismen eindeutige Priorität gegenüber dem Natur- und Verbraucherschutz. Eine Abstimmung mit anderen Ressorts oder dem Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung sei in dem Papier nicht zu erkennen, so der NABU-Präsident.

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