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Patent auf genmanipulierte Turbo-Milchkuehe erteilt Drucken E-Mail
Montag, 26 Februar 2007

Hamburg/Warder, 26. 2. 2007 - Vor wachsenden Monopolen bei der Zucht von Nutztieren warnen Greenpeace und die Liga fuer Hirtenvoelker mit einem neuen Report, der heute in der Arche Warder in Schleswig-Holstein vorgestellt wird, Europas groesstem Park fuer bedrohte Haustierrassen.

Aktueller Anlass ist ein Patent (EP 1330552), welches das Europaeische Patentamt in Muenchen im Januar erstmals auf genmanipulierte Milchkuehe erteilt hat. Greenpeace sieht die Gefahr, dass Agrar- und Biotechnologiefirmen die Tierzucht zunehmend mit Patenten kontrollieren und sich den Zugriff auf die Gene von Schweinen und Rindern sichern. Dies fuehrt zu einem Verlust der Artenvielfalt und zur Entwicklung genmanipulierter Nutztierrassen. Zudem werden Landwirte so immer abhaengiger von Konzernen.

"Bald gehoert der Kuhstall nicht mehr den Bauern, sondern den Konzernen", sagt Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. "Nutztiere sind ins Fadenkreuz der Agrar- und Biotechnologie-Industrie geraten. Dutzende von Patenten auf normale Zucht, geklonte und genmanipulierte Tiere sind beantragt, viele sind schon vergeben."

Greenpeace fordert, die europaeische Kartellgesetzgebung fuer die Landwirtschaft zu verschaerfen. Zudem muss die europaeische Patentrichtlinie geaendert werden, damit Patente auf Tiere und ihre Gene, auf Pflanzen und Saatgut nicht mehr moeglich sind. Auch die Bundestieraerztekammer und die Baeuerliche Erzeugergemeinschaft Schwaebisch-Hall warnen heute in der Arche Warder vor der Patentierung landwirtschaftlicher Nutztiere.

Die "Erfinder" der Turbokuehe aus Belgien und Neuseeland beanspruchen Verfahren zur Zuechtung von Kuehen, die mehr Milch oder Milch mit veraenderten Inhaltsstoffen geben. Dies geschieht durch normale Zucht oder den Einbau zusaetzlicher Gene in das Genom der Tiere.

"Tieraerzte sind gegen eine Reduzierung der Tiere auf ihren kommerziellen Nutzwert", sagt Dr. Karl Fikuart von der Bundestieraerztekammer. "Das Erzwingen von hoeherer Leistung mittels gentechnischer Methoden lehnen wir ab, da bereits jetzt fast alle auf Hochleistung gezuechteten Nutztiere an ihre physiologischen Grenzen stossen. Patente auf Tiere und ihre genetischen Anlagen sollten aus ethischen, aber auch aus Gruenden des Tierschutzes und einer richtig verstandenen Tierzucht nicht erteilt werden."

Auch auf geklonte Nutztiere wurden bereits mehrfach Patente erteilt.

Patentantraege erfassen aber auch zunehmend ganz normale Tiere: Im Jahr

2005 hat der US-Agrar-Konzern Monsanto weltweit Patente auf normale Schweine und deren Zucht angemeldet. Nach Protesten wurde jetzt einer der europaeischen Patentantraege abgeschwaecht.

Vertreter der Liga fuer Hirtenvoelker uebergeben den neuen Report heute auch der UN-Ernaehrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, die in Rajastan/Indien tagt. Bis September 2007 will die FAO ein Programm zum Erhalt tiergenetischer Ressourcen erarbeiten.

(Pressemitteilung, Greenpeace, 26.02.2007)

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Newsflash
NABU kritisiert Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts

Berlin -- Der NABU hat die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgestellten Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikrechts scharf kritisiert. *Die Bestimmungen zur Sicherheit, zur Informationspflicht oder zur Haftungsfrage sind reine Fassade", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit diesem Eckpunktepapier bekämen die Erforschung und der Anbau gentechnisch veränderter Organismen eindeutige Priorität gegenüber dem Natur- und Verbraucherschutz. Eine Abstimmung mit anderen Ressorts oder dem Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung sei in dem Papier nicht zu erkennen, so der NABU-Präsident.

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